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Wenn herkömmliche Behandlungen bei Depressionen nicht ausreichend wirken, können Esketamin und Psilocybin neue Perspektiven eröffnen. An der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich werden diese Therapieansätze klinisch eingesetzt und wissenschaftlich erforscht.

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Text und Bilder: Dr. Susanne Prinz, Leiterin ambulante Angebote, und Dr. Johannes Jungwirth, Leiter Second-Opinion-Sprechstunde, Zentrum für Depressionen, Angsterkrankungen und Psychotherapie

Was können wir Patientinnen und Patienten anbieten, wenn etablierte Behandlungen nicht ausreichend helfen? In unserer Second-Opinion-Sprechstunde Depression am Zentrum für Depressionen, Angsterkrankungen und Psychotherapie prüfen wir individuelle Behandlungsoptionen. Dazu gehören neben neuromodulatorischen Verfahren wie rTMS und EKT auch Ansätze mit Esketamin und Psilocybin, die im interdisziplinären Team durchgeführt werden.

Esketamin: Therapie und Forschung

Mit Esketamin steht uns eine rasch wirksame, glutamaterg modulierende Behandlungsoption zur Verfügung. Im ZDAP haben wir inzwischen mehrere Tausend Behandlungssitzungen durchgeführt und umfangreiche klinische Verlaufsdaten erhoben, deren Ergebnisse laufend in Publikationen einfliessen. Gerade wurde ein Manuskript zum Behandlungserfolg und zur Erhaltungsbehandlung zur Publikation akzeptiert. Wir untersuchen zudem EEG-Prädiktoren, damit wir künftig frühzeitig die richtige Therapie mit den Betroffenen besprechen können.

Koje, in der die Esketaminbehandlungen stattfinden

Koje, in der die Esketaminbehandlungen stattfinden

Psilocybin: Behandlung und neue Erkenntnisse

Seit 2023 behandeln wir auch Patientinnen und Patienten mit Psilocybin, wenn das BAG eine individuelle Ausnahmebewilligung genehmigt. Man geht davon aus, dass die Psilocybin-assistierte Therapie über die Modulation verschiedener neuronaler und psychologischer Systeme, unter anderem eine veränderte emotionale Verarbeitung und kognitive Flexibilität ermöglicht und dadurch zu ihrer Wirkung führt. Die mehrstündigen Substanzsitzungen sind in eine sorgfältige Vor- und Nachbereitung eingebettet. Auch hier verfügen wir inzwischen über umfangreiche klinische Erfahrung mit zahlreichen Patientinnen und Patienten und einer dreistelligen Zahl an Substanzerfahrungen der Betroffenen.

Wir erforschen nicht nur die antidepressive Wirkung, sondern fragen auch, was sich subjektiv verändert und wer davon profitiert. Gibt es Eigenschaften auf Seiten der Betroffenen, dysfunktionale Muster oder Biomarker, die das Ansprechen vorhersagen? Welche Rolle spielen die psychotherapeutische Begleitung, das Setting und das subjektive Erleben? Wir erfassen die Erfahrungen und Rückmeldungen der Patientinnen und Patienten strukturiert, um Mechanismen besser zu verstehen und die Therapie weiterzuentwickeln.

Die Forschung mit Psilocybin hat an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich Tradition. So konnte eine grosse kontrollierte Studie die positive Wirkung von Psilocybin bei Depressionen zeigen. Eine kürzlich in The Lancet Regional Health – Europe erschienene Publikation unserer Arbeitsgruppe zu Psilocybin bei therapieresistenter Depression zeigte klinisch relevante Verbesserungen auch unter Versorgungsbedingungen, allerdings auch deutliche Unterschiede zwischen den Behandlungsverläufen.

Auf dem Weg zur personalisierten Therapie

Unser Anspruch ist, aktuelle Forschungserkenntnisse mit eigenen Daten, klinischer Erfahrung und den Perspektiven unserer Patientinnen und Patienten zu verbinden. So möchten wir diese vielversprechenden Verfahren weiter optimieren und zu einer möglichst effektiven, personalisierten und nachhaltigen Behandlung beitragen.

Gruppenraum für die Psilocybin-augmentierte Therapie

Gruppenraum für die Psilocybin-augmentierte Therapie

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